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negative Kritik in Logs

Allgemeiner Austausch zum Thema Geocaching.

Moderator: jmsanta

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Re: negative Kritik in Logs

Beitrag von Zappo » So 11. Dez 2016, 10:50

Dingo01 hat geschrieben:Was hat "Gutmenschentum" im Zusammenhang mit Deinem Log zu bedeuten?...
Verstehe ich jetzt ehrlich gesagt auch nicht.

Die Unfähigkeit, eine Kritik als das zu nehmen, was sie ist - nämlich "nur" ne Kritik- und kein Angriff auf Persönlichkeit ist wohl ein wenig die Seuche der Zeit. Da würde ich aber eher Dinge drin sehen wie z.B. Dünnhäutigkeit, Larmoyanz und allgemeine Unkenntnis in Bezug auf sachliche Auseinandersetzung.

Meines Erachtens ist das eher die Folge von der Sichtweise der Welt als Tummelplatz von rauszuposaunenden Meinungen und persönlichen Befindlichkeiten - völlig unbeleckt von Notwendigkeiten wie Argumenten oder gar Tatsachen. "Postfaktisch" sozusagen :)


Gruß Zappo
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Re: negative Kritik in Logs

Beitrag von Dingo01 » So 11. Dez 2016, 10:52

HansHafen hat geschrieben:Tja, man sollte vorher vielleicht mal schauen, wessen Worte man da in den eigenen Mund legt (aber vielleicht war es ja Absicht?)

Das Wort "Gutmensch" wird heutzutage gerne von AFD, Pegida und ähnlichen Gesinnten als Abwertung benutzt. Damit versucht man dann Menschen zu bezeichnen und zu treffen, die Zivilcourage zeigen, sich für Minderheiten oder Gleichberechtigung einsetzen. Bleibt die Frage: Benutzt man den Begriff "Gutmensch" um andere lächerlich zu machen, zu diffamieren... Wie bezeichnet man sich dann (logischer Weise) selbst?


Nachdenkliche Grüße
HansHafen

Prima! Kurz und knapp auf den Punkt gebracht! :2thumbs:
... das führt weiter zu der Frage: Warum ist jemand, der seinen Cache angesichts (möglicherweise berechtigter) Kritik deaktiviert, ein "Gutmensch"?
Ich bin nicht massenkompatibel!.....

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Re: negative Kritik in Logs

Beitrag von HansHafen » So 11. Dez 2016, 10:53

Fadenkreuz hat geschrieben:
HansHafen hat geschrieben:Das Wort "Gutmensch" wird heutzutage gerne von AFD, Pegida und ähnlichen Gesinnten als Abwertung benutzt
Das stimmt nicht. Die Begriffsverwendung mit politischen Strömungen vom rechten Spektrum in Verbindung setzen, ist nicht nur inhaltlich falsch, sondern ist das, was du selbst kritisierst, nämlich eine Diffamierung. Und selbst wenn man feststellen würde, dass ein Begriff plötzlich von einer Gruppe missbräuchlich verwendet würde, dann wäre die logische Konsequenz nicht, dass man selbst den Begriff nicht mehr verwendet und ihn opfert, sondern dass man ihn durch unpolitische Verwendung wieder vermehrt richtig verwendet. Vielleicht kennst du das Zitat "Autobahn geht gar nicht". Ich nutze das Wort "Autobahn" aber auch weiterhin.
Eh - du sagst "Das stimmt nicht" und dann mit "selbst wenn" anzuschließen?

Glaub mir oder auch nicht - prüfe meinetwegen selbst einmal nach: Ich habe mich mit diesen Thematiken gründlich auseinandergesetzt und muss das leider auch immer wieder tun - in den rechten Kreisen (wenn man es mal nett sagt) wird das Wort "Gutmensch" verstärkt gebraucht. Wenn ich diffamieren wollte, würde ich andere Sachen auf den Tisch packen. Obwohl es heute leider auch schon reicht einfach Tatsachen und Zitate aus diesen Gefilden aufzuzeigen, direkt an der Quelle - da braucht es keine Diffamierung mehr.


Ganz davon ab - jetzt mal rein subjektiv - ist "Gutmensch" ein unglaublich bescheuerter Begriff. Was man auch über solche Auszeichnungen denkt, 2015 war es "Unwort des Jahres". Aber auch rein logisch - "Gutmensch" negativ und als Beschimpfung zu verwenden zeugt jetzt nicht so von einer nachhaltigen Denkstrategie. Wenn die "Anderen" herabgesetzt werden sollen, ihnen negative Eigenschaften zugeschrieben werden sollen, sie dann als "Gutmenschen" zu bezeichnen? Und selbst steht man dann auf der richtigen Seite? Bei den Schlechtmenschen?

Ich kann diesem Begriff generell nichts Positives abgewinnen - Er zielt allein darauf andere herabzusetzen (wenn man es nett formuliert), daher fände ich es absoluten Blödsinn, dazu aufzurufen, diesen Begriff nun vermehrt zu verwenden.

"Adolf" war früher ein ganz geläufiger Vornahme - trotzdem kämen Eltern mit etwas Grips im Kopf heutzutage kaum drauf, dass man jetzt möglichst viele Kinder so taufen müsse, damit er die negative Konnotation verliere.



Ganz von all dem ab - finde ich - hat der Begriff im Bereich Geocaching überhaupt nicht verloren.
Kritik muss in Logs erlaubt sein - auch negative. Aber bitteschön sachlich, und nicht um zu verletzen. Das ist nicht Teil des Spiels! Genauso sollte man sie aushalten können und sie als das sehen, was sie ist: Sachliche Kritik.

BG
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Re: negative Kritik in Logs

Beitrag von Zappo » So 11. Dez 2016, 11:29

HansHafen hat geschrieben: Aber auch rein logisch - "Gutmensch" negativ und als Beschimpfung zu verwenden zeugt jetzt nicht so von einer nachhaltigen Denkstrategie.....
Nun, ob das jetzt "Wortmechanisch" richtig oder logisch ist (als ein Modewort sicher nicht) - das Wort Gutmensch ist eine negative Wertung. Also KANN man es garnicht anders verwenden. Weil es nicht den "guten Menschen" meint - und im Gegensatz dazu den schlechten, sondern eben jemanden, der etwas Gutes tun will und was Schlechtes damit erreicht. Noch dazu mit dem integrierten Vorwurf, das Gute würde nur getan, weil man seinen Heiligenschein am Leuchten halten will. "Benutzer des Begriffs unterstellen Personen oder Personengruppen mit betont moralischer Grundhaltung ein fehlgeleitetes beziehungsweise zweifelhaftes Verhalten" Quelle Wikipedia.
HansHafen hat geschrieben: Ganz von all dem ab - finde ich - hat der Begriff im Bereich Geocaching überhaupt nicht verloren.
Kritik muss in Logs erlaubt sein - auch negative. Aber bitteschön sachlich, und nicht um zu verletzen. Das ist nicht Teil des Spiels! Genauso sollte man sie aushalten können und sie als das sehen, was sie ist: Sachliche Kritik.
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Re: negative Kritik in Logs

Beitrag von Fadenkreuz » Mo 12. Dez 2016, 01:55

HansHafen hat geschrieben:Eh - du sagst "Das stimmt nicht" und dann mit "selbst wenn" anzuschließen?
Klar. Ein "selbst wenn" erfordert ja schon, dass man diese Möglichkeit eher ausschließt. Man hält es für unwahrscheinlich, aber für den Fall der Fälle berücksichtigt man es mit einem "selbst wenn".

Im Übrigen benutzt du auch Begriffe, die vordergründig wertneutral sind, in einer deutlich negativen Konnotation. Dazu gehört beispielsweise die Formulierung "rechte Kreise". Das ist nur scheinbar ein neutraler Begriff, der einfach Personen bezeichnen könnte, die politisch als rechts gelten könnte. Ein CDU-Wähler, klassischerweise eher rechts als links, würde sich vermutlich nicht als Mitglied rechter Kreise bezeichnen. Selbst Personen aus dem rechtsextremen Lager würden nicht über sich selbst sagen, dass sie "rechten Kreisen" angehören. Der scheinbar neutrale Begriff wird also deutlich abwertend benutzt, zumal du die rechten Kreise dann auch als "diese Gefilde" bezeichnest.
HansHafen hat geschrieben: Ganz davon ab - jetzt mal rein subjektiv - ist "Gutmensch" ein unglaublich bescheuerter Begriff.
Ja, das sehe ich auch so. Ich würde den Begriff auch nie benutzen. Er ist aber nun mal im ursprünglichen Sinne ein unpolitischer Begriff oder zumindest keiner, der "rechten Kreisen" zuzuordnen ist.
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Re: negative Kritik in Logs

Beitrag von HH58 » So 5. Feb 2017, 05:43

Ich bemühe mich immer, individuelle Logs zu schreiben. Dazu gehört auch, dass ich schreibe, was mir an diesem Cache nicht gefallen hat.

Aber wie schon geschrieben wurde, macht der Ton die Musik. Und es spielen viele Faktoren eine Rolle. Wie groß ist der Missstand wirklich ? Habe ich nur einen kleinen Verbesserungsvorschlag oder hat der Owner irgendeine Art von "no go" begangen ? Und wird das, was mir missfällt, im Listing klar erwähnt ? Ansprechen werde ich negative Dinge im Log meistens, aber die genannten Fragen beeinflussen natürlich, wie harsch oder zurückhaltend ich die Kritik formuliere.

Manche Owner können mit Kritik umgehen, manche weniger. Deren Pech, solange ich nicht gerade dazu aufrufe, den Owner zu erschießen ...

P.S.: Ich bin sogar schon von Ownern angepflaumt worden, weil ich DNF geloggt habe - die haben schon das als persönlichen Angriff interpretiert :irre:
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Re: negative Kritik in Logs

Beitrag von HH58 » So 5. Feb 2017, 05:51

Sillytoppi hat geschrieben:Genau, die grausigsten werden von mir erst garnicht gesucht und mit einem DNF entsprechend kommentiert...
Du loggst DNF, obwohl du den Cache noch nicht einmal gesucht hast ? Also, obwohl ich bekennender DNF-Logger bin, finde ich das so nicht in Ordnung. Für allgemeine Kommentare gibt es schließlich einen eigenen Logtyp ...
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Re: negative Kritik in Logs

Beitrag von baer » So 5. Feb 2017, 06:24

HH58 hat geschrieben:
Sillytoppi hat geschrieben:Genau, die grausigsten werden von mir erst garnicht gesucht und mit einem DNF entsprechend kommentiert...
Du loggst DNF, obwohl du den Cache noch nicht einmal gesucht hast ? Also, obwohl ich bekennender DNF-Logger bin, finde ich das so nicht in Ordnung. Für allgemeine Kommentare gibt es schließlich einen eigenen Logtyp ...
Das ist jetzt aber ein bisschen Streit um des Kaisers Bart. Man kann ja auch einen DNF schreiben und darin zur Aufklärung (höflich!) schreiben, dass die Umstände halt so waren, dass man gar nicht erst suchen konnte. Z.B. wegen zu vielen Muggles. Ein Owner, der lesen kann, wird natürlich nicht sofort aufspringen und Cache-Kontrolle machen.

So mache ich es auch und zwar auch aus einem sehr egoistischen Grund: Wenn ich nach Jahren mal wieder über dasselbe Cache-Listing falle, sehe ich sofort, dass ich mal einen DNF geschrieben habe und schaue die Gründe noch mal nach und überlege dann, ob ich noch einen Versuch starte oder eben nicht (z.B. Caches mit vielen Muggles bei schlechterem Wetter machen).

Ja, ich weiß, man kann Caches auch auf eine Ignore-Liste setzen. Die ist aber für noch härtere Fälle da, wenn ich sicher weiß, dass ich den entsprechenden Cache nie im Leben machen werde. Was übrigens teilweise aus ganz harmlosen Gründen passiert, z.B. T5, da ich aus gesundheitlichen Gründen eben nicht klettern kann.

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Re: negative Kritik in Logs

Beitrag von HH58 » So 5. Feb 2017, 10:29

baer hat geschrieben:Man kann ja auch einen DNF schreiben und darin zur Aufklärung (höflich!) schreiben, dass die Umstände halt so waren, dass man gar nicht erst suchen konnte. Z.B. wegen zu vielen Muggles.
Das, was du da beschreibst, ist sicherlich ein Grenzfall. Zu den Fällen, wo eine Suche gar nicht erst möglich ist zählt z.B. auch, wenn der Zugang zum Final momentan versperrt ist. Da kann man schon mal DNF loggen, wenn man eigentlich hätte suchen wollen. Aber "werden von mir gar nicht erst gesucht" klingt so, als hätte man gar keinen Bock gehabt zu suchen (weil es z.B. zu viele Versteckmöglichkeiten gab), oder man wäre gar nicht erst hingefahren, weil einem schon das Listing nicht gefallen hat. Da ist meines Erachtens ein DNF fehl am Platze.
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Re: negative Kritik in Logs

Beitrag von Barkley » Do 9. Feb 2017, 21:07

Wenn mich Leute schon beim Ankommen ganz interessiert von Terrassen oder Balkonen aus mustern, dann ist in der Regel meine Motivation ne Filmdose zu suchen irgendwo bei Null.

Dann kommt ab und zu - hab ich aber schon länger nicht mehr gemacht - mal ein DNF, wo ich das dann eben Vermerke.
Grüße,
Barkley

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