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Mein Nachbar der Jäger

Moderator: Zappo

Galuvin
Geocacher
Beiträge: 132
Registriert: Sa 15. Aug 2009, 12:43

Mein Nachbar der Jäger

Beitrag von Galuvin »

Heute kam ich von Arbeit und sah nebenan meinen Nachbarn. Da fiel mir ein man könnte ja mal nachfragen was mit meinem Schwein ist das ich schon im Dezember bei ihm bestellt habe. Nun ist es so das es sich bei dem bestellten Schwein um ein Wildschwein handelt und mir war schon vorher klar das man das nicht einfach so mal schnell bekommt wie ein paar Haxen beim Metzger. Jedoch halt ich meine Tiefkühltruhe nun schon fast 2 Monate für eben jenes Schwein frei, aber bisher eben leider umsonst.
So kamen wir nun darauf wie wenig Wild es im Moment gibt, welche Umstände es gibt das dem so ist. Vor allem aber wie schwierig es im Moment für das Wild ist.
Ich habe heute eine ganze Menge über Rehe, Schweine und Co gelernt. Ich wusste zum Beispiel nicht das Rehe alle 3 Stunden fressen müssen. Das grad jetzt wo es wenig Nahrung gibt sie mit jedem mal aufstehen um zu fressen mehr geschwächt werden und dann evntl. sogar noch beim fressen gestört werden und somit nix oder zu wenig gefressen haben und noch mehr geschwächt werden. Ich wusste nicht das Schweine ihr Verhalten an den Menschen angepasst haben und deswegen erst rumlaufen wenn der Wald ruhig ist. Ich wusste nicht das ein Jäger schon 2 Stunden bevor es Zeit zum jagen ist sich in den Wald auf seine Position begibt um sich dem Wald anzupassen und das Wild nicht zu stören. Es gab noch eine Vielzahl anderer Sachen die ich heute gelernt hab das würde jetzt aber den Rahmen sprengen.

Soviel zum Grund dieses Postings. Nun vielleicht kurz zu mir.
Ich bin einer von den Neuen (zumindest seh ich mich noch so) – Ja! einer von denen die von einigen unerwünscht sind weil es ja vor 6-8 Jahren als die Cacher noch Elite waren ich noch nicht da war und es eh zuviel Neue gibt und die eh Schuld an allem Übel sind. Ich bin einer von denen die gar nicht mitreden können da ich ja grad mal so und so viele Caches gefunden habe.
Ich seh mich als einer der ein schönes Hobby gefunden hat, der nicht jeden Punkt mitnehmen muss, sondern cachen als Ergänzung zu einer Sache gefunden hat die man eh schon machte – nämlich sich in der Natur bewegen. Ich verfolge auch einge Blogs, Presseberichte etc. die sich mit der DWJ als auch mit Jägern beschäftigen und finde das da einiges komplett schief läuft. Leider auch in der Argumentation und Ausdrucksweise mancher Cacher und auch wenn ich mir jetzt jede Menge Flames einhandel – auch oder vor allem in der Kommunikation der sogenannten Elite, Hardcorecacher und wie auch immer sie sich nun nennen.
Ich will hier nicht den Moralapostel spielen sondern einfach nur mal darstellen das man beide Seiten verstehen muss. Die Geocacher und auch deren Gegner – doch warum sind es Gegner?

Ich sprach meinen Nachbarn den Jäger darauf an wie er zu geocachen steht. He! Ihr glaubt es nicht! Der findet das eine tolle Sache! Ja genau der böse böse Jäger sagt das cachen eine tolle Sache ist………Solange man im Revier des anderen Jägers cachen geht ;-)
Nein jetzt Spass beseite, er findet es wirklich ein tolles Hobby. Und er sagt auch das es mehr als ärgerlich ist wenn man 5 Stunden im Wald gesessen hat und dann eine Gruppe Leute vorbeikommt und man genau weis: ´Oki nun kann ich einpacken an diese Stelle kommt heut kein Wild mehr` - „Shit happens“ sag ich, kann ihn aber auch verstehen das ihn das ankot….. Er sagt es war dann ein Scheiß Tag für ihn aber er wird es überleben.
Back to Topic: Was ihn viel mehr stört sind rücksichtslose Leute, egal ob Tag oder Nacht. Er hat nix gegen Leute im Wald - wenn es auf den Wegen oder ein paar Meter davon entfernt abgeht. Aber wenn es durchs Unterholz geht dann trampelt Ihr durchs Wohnzimmer der Waldbewohner. Noch schlimmer sind die Leute die nicht nur durchtrampeln sondern dazu noch die halbe Einrichtung demolieren. Hier sei darauf hingewiesen das er nie auf Cacher geschimpft hat sondern auf rücksichtslose Leute im allgemeinen, das betrifft Wanderer, Pilzsucher, Gassigeher genauso wie uns. Er weis auch das es genug Jäger gibt die wirklich aggresiv gegen die bösen Cacher sind. Aber wie eingangs schon gesagt, es gibt auch genug Cacher die sich für den Mittelpunkt halten.

Ich bin seit meinem ersten Nachtcache mit Team Copperfield begeisterter Nachtcacher. Doch überlege ich mir nun ob ich die spannende Tour durchs Unterholz machen muss oder doch lieber abbreche. Und ja - ich werde nächstes mal abbrechen – das meiste was mich daran dann ärgern wird ist nicht der verlorene Punkt sondern das ich den „Schatz“ nicht gefunden hab. Klar ist so eine Tour genial, aber langfristig gesehen werd ich mich wohl doch lieber an einer halbwegs intakten Natur erfreuen können. Ich werde den Wald und dessen Bewohner nicht retten können – aber vielleicht doch etwas hinaus schieben wenn ich mich so verhalte.
Mein nächster Cache wir auch ein NC – Oki der Jäger hat dann vielleicht trotzdem noch `nen Scheiß Tag weil Leute durch sein Revier laufen wo er schon Stunden hockt. Ich werde aber keinen dazu verleiten durchs Wohnzimmer der Wildschweinmutter zu rennen.

Ich will mal noch kurz die Argumente beider Seiten zusammenfassen (Es geht immer noch nicht um cachen sondern um Leute im Wald allgemein):

Jäger:
- Störung des Wildes, wenig ungenügend fressen, Störung der Aufzucht von Jungen
- Zerstörung von Lebensräumen
- wirtschaftlich: 8000 Euro Pacht!!! (Ich wollts nicht glauben aber es ist so)
Der Jäger weis das er die nicht erwirtschaftet dafür ist es auch sein Hobby
- angestellte Jäger. die Jagd kann er nicht allein bejagen und hegen deswegen hat er noch 7 andere angestellt die auch bezahlt sein wollen
- früher war das betreten des Waldes von Sonnenunter- bis Aufgang verboten, jetzt ist es das nicht mehr. Es soll aber trotzdem noch ein Gesetz geben das das verlassen der Wege zu dieser Zeit verbietet (ich wird das mal prüfen- ist aber auch egal ob Gesetz oder nicht man kann sich ja nach eigenem Ermessen verhalten und den Wald und das Wild respektieren)

Waldbenutzer
- ich will Spass, Ablenkung
- Wald ist für alle da

Es ist also nicht die komplette Welt gegen geocachen auch nicht die komplette Jägerwelt. Ich werde weiter cachen gehen, ich werde auch weiter Nachts in den Wald gehen und erwarte das der Jäger das respektiert sowie auch wir Cacher die Natur, den Wald, das Wild und ja…..auch den Jäger respektieren sollten.

Ganz schön lang geworden und ich weis auch nicht ob`s wen interessiert, aber ich wollt`s mal loswerden.
Galuvin
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Re: Mein Nachbar der Jäger

Beitrag von Galuvin »

hm.... glaub in Hessen ist es falsch da es ja ein allg.Thema ist, habs nur grad mal hier gepostet da es ein hessischer Jäger ist :D

wenns stört kanns der wutzebär ja verschieben.
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quercus
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Re: Mein Nachbar der Jäger

Beitrag von quercus »

naja, ähnliche diskussionen laufen ja gerade. denke, dass das hier auch mehr ein statement von dir ist und weniger eine diskussion aufkommen soll.

ich finde es zeigt wieder eines: einzelne personen sind durchaus in der lage eine einigung zu erzielen, aber als gruppe wird es auf beiden seiten schwer. daher auch hier mein tipp: einigt euch mit den jägern vor ort, geht vielleicht mal irgendwo mit, redet auch mal mit förstern, die nicht jagen oder mal mit einem jäger aus dem ÖJV http://www.oejv.de/ und bildet euch eure meinung oder findet einen weg zusammen.
mehr wird nicht gehen, man wird niemanden umstimmen oder auf einsicht hoffen können.

zu deinem jäger: ich weiß zwar nicht, in was für einem wald du warst, aber dass es zu wenig schwarzwild gibt, stimmt in 98% der fälle definitiv nicht und hunger leiden die auch zur zeit nicht. außerdem haben sich die wildtiere in einigen hundert tausend jahren sehr gut an kalte winter gewöhnt und sebst wenn da jetzt 10% der tiere sterben würden, wäre das völlig normal für das system. das der mensch meint, er könne mit der büchse besser als die natur regulieren ist gelinde gesagt mumpitz. und zu früheren zeiten wurde das reh oder der hirsch im winter von den raubtieren auch nicht aus rücksicht in ruhe gelassen ... und bei 30-40 cm schneedecke wird es nur sehr sehr wenige cacher in den wald führen
:langenase2: . :stumm: . :langenase:
wutzebear
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Re: Mein Nachbar der Jäger

Beitrag von wutzebear »

Galuvin hat geschrieben:wenns stört kanns der wutzebär ja verschieben.
Stören nicht, aber im Sinne des sachlichen Zusammenhangs (wenn es um einen bestimmten Cache gegangen wäre, hätte ich den Thread im lokalen Bereich stehen lassen): Ab nach "Jagd und Forst".

Aber auf jeden Fall: schöne Zusammenfassung, danke!
"In Deutschland gilt derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als derjenige, der den Schmutz macht.“
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Zappo
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Re: Mein Nachbar der Jäger

Beitrag von Zappo »

Galuvin hat geschrieben:..........Es ist also nicht die komplette Welt gegen geocachen auch nicht die komplette Jägerwelt. Ich werde weiter cachen gehen, ich werde auch weiter Nachts in den Wald gehen und erwarte das der Jäger das respektiert sowie auch wir Cacher die Natur, den Wald, das Wild und ja…..auch den Jäger respektieren sollten.........
Erst mal Hallo im Kreis der Schachtelsucher und auch hier im Forum - und danke für deinen konstruktiven Beitrag. Und mach Dir mal keinen Kopf wegen Newbie - das ist ein Thema, was ähnlich schief läuft wie die Jägerdiskussion :D - und zu 99,999 % nur in Foren vorkommt. Ich hab noch nie auf einem Event gesehen, daß jemand wg. Neusein dumm angemacht wurde und wenn jemand mal mitgehen will, wird der selbstverständlich mitgenommen. Die Cachergemeinde ist eigentlich freundlich und hilfsbereit.
Galuvin hat geschrieben: .........Waldbenutzer - ich will Spass, Ablenkung.........
Na, da will ich doch mal was ergänzen. Ohne allzu esoterisch zu wirken -wenn man Wald und Natur etwas länger begeht, wird man merken, daß da mehr ist als nur eine Kulisse für Sport und Hobby. Das unterscheidet auch Geocaching (zu Fuß) von Mountainbiken und Zugspitzlauf. Wald heilt.

Gruß Zappo
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Re: Mein Nachbar der Jäger

Beitrag von argus1972 »

@Galuvin:
Ein hervorragender Beitrag zu einer insgesamt kontrovers geführten Diskussion, danke dafür!
Es ist immer interessant, mal eine konstruktive Meinung der Jägerseite zu hören, ohne dass es polemisch wird.

Mich irritiert aber auch der mangelnde Jagderfolg, der hier angesprochen wird.
Gerade las ich im Heimatblättchen von einer Jagd der letzten Tage, wo es 17(!!) Waidmännern in einer Nacht lediglich gelang, 5 Stück Strecke zu machen, davon nur 1 Wildschwein.
Da der Wald doch angeblich von Sauen nur so wimmelt, kann ich nur interpretieren, dass die genau wissen, wann wo von wem Gefahr besteht und die entsprechenden Stellen meiden.

Wenn ich alleine im Wald unterwegs bin, sehe ich tagsüber fast immer Rehe, aber praktisch nie Wildschweine. Folglich machen die einen großen Bogen um Menschen, denke ich, denn die werden mich wohl eher bemerken als ich sie. :???:
Daraus lässt sich wiederum schließen, dass die Schweine auch den Jäger frühzeitig bemerken und weiträumig meiden.
Ergo ist es nicht nur der Spaziergänger/Cacher/Stockschwinger/Waldiführer... , der die Sauen verscheucht, sondern offenbar auch der/die Jäger selbst.

Möglicherweise denke ich auch zu esoterisch, aber vielleicht sollte der Mensch lieber wirklich der Natur, oder dem was davon in diesem übel überbevölkertem Land noch übrig ist, die Selbstregulierung überlassen, damit man das von Zappo schön formulierte Walderlebnis frei von latent schlechtem Gewissen erfahren kann.
Die Tiere meiden uns, wenn sie es für richtig halten und das können sie besser, als wir Menschen sie in freier Wildbahn suchen könnten.
Bitte prüfen Sie der Umwelt zuliebe, ob dieser Beitrag wirklich ausgedruckt werden muss!

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Blindmulch
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Re: Mein Nachbar der Jäger

Beitrag von Blindmulch »

argus1972 hat geschrieben:@Galuvin:
Ein hervorragender Beitrag zu einer insgesamt kontrovers geführten Diskussion, danke dafür!
Es ist immer interessant, mal eine konstruktive Meinung der Jägerseite zu hören, ohne dass es polemisch wird.

Mich irritiert aber auch der mangelnde Jagderfolg, der hier angesprochen wird.
Gerade las ich im Heimatblättchen von einer Jagd der letzten Tage, wo es 17(!!) Waidmännern in einer Nacht lediglich gelang, 5 Stück Strecke zu machen, davon nur 1 Wildschwein.
Da der Wald doch angeblich von Sauen nur so wimmelt, kann ich nur interpretieren, dass die genau wissen, wann wo von wem Gefahr besteht und die entsprechenden Stellen meiden.

Wenn ich alleine im Wald unterwegs bin, sehe ich tagsüber fast immer Rehe, aber praktisch nie Wildschweine. Folglich machen die einen großen Bogen um Menschen, denke ich, denn die werden mich wohl eher bemerken als ich sie. :???:
Daraus lässt sich wiederum schließen, dass die Schweine auch den Jäger frühzeitig bemerken und weiträumig meiden.
Ergo ist es nicht nur der Spaziergänger/Cacher/Stockschwinger/Waldiführer... , der die Sauen verscheucht, sondern offenbar auch der/die Jäger selbst.

Möglicherweise denke ich auch zu esoterisch, aber vielleicht sollte der Mensch lieber wirklich der Natur, oder dem was davon in diesem übel überbevölkertem Land noch übrig ist, die Selbstregulierung überlassen, damit man das von Zappo schön formulierte Walderlebnis frei von latent schlechtem Gewissen erfahren kann.
Die Tiere meiden uns, wenn sie es für richtig halten und das können sie besser, als wir Menschen sie in freier Wildbahn suchen könnten.
Das ist gut - sehr gut sogar ! Aber dann mußt auch DU aus dem Wald weg bleiben !

Mal zu deiner Info: Wenn ich hier über Tag durch unseren Wald fahre bzw. laufe, dann sehe ich auch keine Wildschweine und auch keine Rothirsche und auch kein Dammwild ! Bin ich aber spät Abends und auch Nachts mal unterwegs, dann sieht das schon ganz anders aus. Dann kommen die Tiere aus ihren Tagesverstecken ( Brombeerhecken, Jungbaumschonungen, Remisen etc ) und begeben sich zur Futtersuche wobei man sie dann auch mal antrifft.

Gruß, Ludger
Auge um Auge und Zahn um Zahn......

....und eines Tages besteht die Menscheit nur noch aus zahnlosen Blinden !
Heimo
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Registriert: Di 2. Jun 2009, 21:18

Re: Mein Nachbar der Jäger

Beitrag von Heimo »

Die Schwarzwildbejagung, speziell am Ansitz, ist nicht einfach. Eine faustformel lautet: " Jedes Pfund kost a Stund." Also für jedes Pfund Wilpretgewicht muss der Jäger eine Stunde ansitzen.

In den meisten Revieren ist Schwarzwild sog. Wechselwild d.h. mal ist es da, mal ist es nicht da. Schwarzwild ist intelligent, hört (vernimmt) und riecht (windet) sehr gut. Schwarzwild hat gelernt gefähliche Situationen zu vermeiden. Es kommt bei schlechtem Licht, nutzt jede Deckung und jeden Schatten aus. Stellen an denen es angelockt werden soll, umkreist es vorher in sicherem Abstand, um sich "den Wind zu holen" und ggf. die Witterung des Menschen rechtzeitig wahrzunehmen. bevor es auf hellere, offenere Flächen kommt, steht es oft 30 Minuten in sicherer Deckung und prüft die Lage.

Die Lernfähigkeit hat aber auch einen Vorteil, hat man einmal ein Stück auf einer gefährdeten Wiese oder in einem Acker erlegt, hat man da ein bis zwei Wochen Ruhe vor Wildschäden, die oft der Jäger zu begleichen hat und die leicht vier- manchmal sogar fünfstellig Beträge ausmachen.

Wer Schwarzwild erlegen will, beachtet den Wind und das Licht, sitzt lange, regungslos und oft bei ungemütlichen Witterungsverhältnisen an. Deshalb ist es besonders ärgerlich, wenn eine Chance durch andere nächtliche Waldbesucher zunichte gemacht wird. Wer geduldig ausgeharrt hat, wem dabei Knochen und Muskeln schmerzen und wer dann endlich das Wild am Waldrand hört, der ist hellauf begeistert, wenn da jemand mit und ohne Taschenlampe daherkommt und das Wild verscheucht. Wer daraufhin noch Wildschaden bezahlen muss verliert vielleicht vollendst die Geduld.
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Zappo
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Re: Mein Nachbar der Jäger

Beitrag von Zappo »

argus1972 hat geschrieben:......Mich irritiert aber auch der mangelnde Jagderfolg, der hier angesprochen wird.
Gerade las ich im Heimatblättchen von einer Jagd der letzten Tage, wo es 17(!!) Waidmännern in einer Nacht lediglich gelang, 5 Stück Strecke zu machen, davon nur 1 Wildschwein.
Da der Wald doch angeblich von Sauen nur so wimmelt, kann ich nur interpretieren, dass die genau wissen, wann wo von wem Gefahr besteht und die entsprechenden Stellen meiden.......
Wenn ich darüber spreche, krieg ich immer Horrorstories erzählt von "ein Abschuß an einer Stelle - da geht dann 2 Jahre nix mehr", und von Schweinen, welche sich das ganze Jahr nicht sehen lassen, aber einen Tag nach Eintreten der Schonzeit sich seelenruhig am Hochsitz scheuern (obwohl, ich meine, daß Wildschweine ganzjährig bejagt werden :???: - egal) Tatsache ist - die Jäger kriegen die nicht reduziert. Mag an der Art der Jagd liegen, an der Vermehrungsrate - keine Ahnung. Trotzdem einem Beitrag hier zufolge ca. 650 000 Stück im Jahr geschossen werden.
Deshalb verstehe ich auch den Frust eines Jägers, welcher lange angesessen ist und wg. Störung dann doch nicht zum Schuss kommt. Das hat aber mit einem - vorgeschobenen - Naturschutz- und Tierschutzgedanken nix zu tun. Rehe und Wildschweine gibts übergenug* .

Gruß Zappo

* ich hoffe, das wird nicht wieder als Lizenz mißverstanden, sich tierstörenderweise im Wald zu bewegen.
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S1G

Re: Mein Nachbar der Jäger

Beitrag von S1G »

Achso... bisher hieß es doch bei den "Jagddiskussionen" immer, dass das schädlich für das Wild ist. Hier wird nun aber dargestellt, dass das nur Schädlich für den Geldbeutel des Jägers sein kann. :???:
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