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Mein Nachbar der Jäger

Moderator: Zappo

Heimo
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Re: Mein Nachbar der Jäger

Beitrag von Heimo »

S1G hat geschrieben:Achso... bisher hieß es doch bei den "Jagddiskussionen" immer, dass das schädlich für das Wild ist. Hier wird nun aber dargestellt, dass das nur Schädlich für den Geldbeutel des Jägers sein kann. :???:
Nur weil jetzt nur ein Aspekt beleuchtet wurde, heißt das nicht, dass nicht noch mehr Aspekte vorhanden sind.

Für den Jäger der sich schlußendlich gegen Geo-Caching stellt, ist sein Geldbeutel aber garantiert eine große Triebfeder. Für die Folgen ist es unerheblich, warum Geo-Caching wieder einen "besonderen Freund" gewonnen hat.
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Zappo
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Re: Mein Nachbar der Jäger

Beitrag von Zappo »

S1G hat geschrieben:Achso... bisher hieß es doch bei den "Jagddiskussionen" immer, dass das schädlich für das Wild ist. Hier wird nun aber dargestellt, dass das nur Schädlich für den Geldbeutel des Jägers sein kann. :???:
(Fettung von mir)

Naja, "nur" ist bei den Zahlen, die da im Zweifelsfall abgerufen werden, etwas untertreibend. Unbesehen dem Zeitaufwand. Und das ist für mich schon ein Argument, welches ich nachvollziehen kann. Anders als bei der Naturschädigung, welche ich - ich lehn mich da mal kräftig aus dem Fenster - nicht in übermäßigen Maße sehe.

Zappo
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quercus
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Re: Mein Nachbar der Jäger

Beitrag von quercus »

@ Heimo: wenn dein jägerspruch auch nur ansatzweise bei jährlichen strecken von 650.000 stück schwarzwild noch stimmen sollte, dann besagt das nur eines: die ansitzjagd auf schwarzwild ist völlig ungeeignet. zwei-drei ordentliche bewegungsjagden mit ausreichend fläche, vielen guten hunden und schießwilligen guten schützen. dann könnten viele jäger viel entspannter mit störungen umgehen. ... aber darum geht es den meisten jägern die ich kenne nicht, und man findet auch kaum noch verhältnisse, die gute bewegungsjagden ermöglichen würden

wenn man aber die jagdmethoden nicht den neuen gegebenheiten anpasst, wird aus der gesetzlich vorgeschriebenen aufgabe einzig und alleine ein hobby dessen ausübung zwar geld kostet, aber das keinerlei rechte mehr genießt, als die hobbys der vielen steuerzahler, die den gleichen spielplatz nutzen

ps: in meinen augen sollte die jagdpacht in staatlichen wäldern abgeschafft werden und die jagderlaubnisscheine für max 36 monate nach qualifikation und leistung ausgegeben werden. privatwaldbesitzer können natürlich machen was sie wollen, ich kenne aber moderne aufgeklärte waldbesitzer, die genau so handeln. wenn der jäger eine aufgabe hat, dann soll er dafür nicht auch noch zahlen, sondern sie gut erledigen. bei uns bekommen die jäger z.b. jedes dritte stück wild geschenkt
:langenase2: . :stumm: . :langenase:
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JR849
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Re: Mein Nachbar der Jäger

Beitrag von JR849 »

Galuvin hat geschrieben: - angestellte Jäger. die Jagd kann er nicht allein bejagen und hegen deswegen hat er noch 7 andere angestellt die auch bezahlt sein wollen
Wer hat dir denn diesen Bären aufgebunden? Ein Jäger hat keine Angestellten und bezahlt auch niemanden dass in seinem Revier gejagt wird. Das Gegenteil ist der Fall! Die Mitpächter oder Jäger die einen Begehungsschein wollen, müssen dafür zahlen (oder mindestens im Revier mithelfen).
Es wäre ja absoluter Blödsinn selber ein Revier zu pachten und einen Batzen Geld hinzulegen, anstatt sich anstellen zu lassen und Geld dafür zu bekommen. :irre: .
Heimo
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Re: Mein Nachbar der Jäger

Beitrag von Heimo »

@quercus

Bewegungsjagden werden im Herbst und Winter abgehalten, wenn das Laub abgefallen ist und die Felder abgeerntet sind, das dürfte dir bekannt sein. Auf abgeernteten Feldern ensteht höchstselten Wildschaden.

Wildschäden durch Schwarzwild entstehen vorwiegend
- im März wenn das Schwarzwild nach tierischer Nahrung auf den Wiesen gräbt,
- im Mai wenn der Mais frisch ausgesäät wurde und
- dann, wann die Feldfrüchte in die Milchreife kommen.

Zu den erfolgreichsten Abwehrmaßnahmen gehören dann Vergrämungsabschüsse an den gefährdeten Flächen und das geht überwiegend nur vom Ansitz aus.

In Wäldern verursacht Schwarzwild keinen Wildschaden. Gerade Waldbesitzer (Eigenjagden) staatlich oder privat, beteilgen sich gern nicht an Bewegungsjagden auf Schwarzwild. Trotzdem wird die höchste Schwarzwildstrecke bei Bewegungsjagden erzielt. Die Faustformel bezieht sich, im Text ist das erkennbar, auf die Ansitzjagd.

Das Hobby Jagd hat das Jagdausübungsrecht als Grundlage, das Hobby Geo-Caching beruft sich zwar auf das allgemeine Betretungsrecht für die Natur, im Bezug auf das Ablegen von Dosen, ist es aber allein auf die Duldung durch den Grundeigentümer angewiesen. Also wenn Du Hobbies auf Rechte reduzieren möchtest, da schaut es beim Geo-Caching recht mau aus.
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argus1972
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Re: Mein Nachbar der Jäger

Beitrag von argus1972 »

Es läuft doch im Endeffekt immer wieder auf das selbe hinaus:
Erholungssuchende stören das Wild, den Jäger und vielfach garantiert auch den Waldbesitzer, weil sich diese überfordert sehen, ihre Ziele zu erreichen und wir Cacher lassen uns das Cachen nicht verbieten, schlichtweg weil wir es können und ärgern uns über die wütenden Jäger.

Es ist doch fast müßig, über das Thema zu diskutieren.
Wen interessieren denn geeignete Jagdmethoden, wer setzt diese denn um?
Offenbar steht die Jägerschaft vor einem Problem, für das es keine sinnige Lösung gibt, oder sie wird nicht genutzt.
Schnell geht es dann um Schuld an der Misere und die sucht bekanntlich niemand bei sich selbst, natürlich auch die Cacher nicht.

Müsste nicht vielmehr einfach begriffen und verinnerlicht werden, dass sich die Natur anscheinend eben nicht regulieren lässt, wie wir, anmaßend wie wir sind, immer glauben?
Die angebliche Krone der Schöpfung bekommt es anscheinend nicht geregelt, in jahrmillionenalte natürliche Vorgänge dahingehend einzugreifen, diese in ihrem Sinne abzuändern. Da diese Realitäten aber offenbar nicht akzeptiert werden können, sucht man nach äußeren Einflüssen, die für das Dilemma verantwortlich sind, ohne auch nur ansatzweise zu verstehen, dass der Mensch dabei chancenlos ist und wohl auch immer bleiben wird.
Die Tiere passen sich veränderten Lebensbedingungen an, sind offenbar schlauer als wir glauben und drehen auch dem geduldigen Jäger und dem verärgerten Landwirt eine lange Nase.

Da ich mir nicht vorstellen kann, dass zumindest der Grundgedanke meiner gewagten, aber möglicherweise nicht ganz abwegigen These, nicht auch bei naturkundlich sicherlich hervorragend informierten Waidmännern bereits durchdacht und gewiss auch im Bereich von latent bis konkret begriffen, wenn auch möglicherweise aus o.g. Gründen nicht akzeptiert wurde, stellt sich doch beinahe zwingend die Frage, warum sich der Jäger den Zeitaufwand, die nicht unerheblichen Ausgaben und die Mühe überhaupt antut, wenn es ein Kampf gegen Windmühlen ist. :???:
Schon schleicht sich auch bei mir der Gedanke an ein aufwendiges Hobby ein, für das man bereit ist, diese Opfer zu bringen, was für mich auch vollkommen verständlich ist. Ich investiere auch viel Zeit und für meine Verhältnisse viel Geld in meine Hobbies.
Daher kann ich mich quercus´ Meinung anschließen, da sie, wie ich finde, sehr realistisch die Tatsachen beschreibt, denen sich der Waidmann ausgesetzt sieht.

Für meine Begriffe ist die Jagd, wie sie sich zur Zeit und unter den gegebenen Umständen samt aller Misserfolge ihrer vorgeblichen Aufgabenstellung darstellt, schlichtweg auf ein Hobby reduziert.
Nicht mehr und nicht weniger!
Daraus ergibt sich für meine Begriffe, dass seitens der Waidmanschaft keinerlei übergeordnete moralische Rechte vorliegen, die nicht von ihrer Nachvollziehbarkeit her an den Haaren herbeigezogen wären.
Sicherlich erfüllen die Jäger eine Aufgabe und verdienen dafür ein gewisses Maß an Hochachtung, doch für eine Aufgabe sollte man tatsächlich bezahlt werden, bzw. zumindest nicht blechen müssen, wie es insgesamt wohl im Bereich der ehrenamtlichen Tätigkeit allgemein üblich sein dürfte.

Daher interpretiere ich jetzt mal ganz frech, ohne dabei eine Wertung vorzunehmen:
Wäre tatsächlich eine zwingend notwendige Aufgabe zu erfüllen, wären die finanziellen und gesetzlichen Strukturen der Jagd allgemein anders gestaltet.
Wenn viele Jäger auch gewiss nicht zu den Armen im Lande gezählt werden können, sieht es doch so aus, als läge in vielen Fällen eine Art Exklusivdenken vor, ein Hobby auszuüben, das sich eben nicht jeder leisten kann und welches schon von daher nach Meinung der Ausübenden Vorrechte genießen muss, gleichzusetzen mit der eingebauten Vorfahrt im Straßenverkehr bei Fahrzeugen mit hoch fünfstelligen Anschaffungskosten. ;)

Mein Fazit zur Thematik:
Hobbygruppen prallen aufeinander, es wird eng im Wald, viel Geld ist im Spiel, unverrückbare Meinungen, gepaart mit Halbwissen, Vorurteilen, Elitedenken, Sorglosigkeit bis Dummheit, krampfhafter Argumentsuche, wenig Toleranz und schwammiger Rechtslage stehen sich gegenüber und dazwischen stehen zahlreiche Vierbeiner, die sich möglicherweise über die menschlichen Anstrengungen in diesem kleinen artinternen Zwist krank lachen, sich weiter lustig vermehren und schlichtweg machen, was sie wollen, weil sie uns darin haushoch überlegen sind.

Die Hobbygruppen werden weiter diskutieren bis aufs Messer, aber es wird nur in Ausnahmefällen Einigungen oder gegenseitige Toleranz, bzw. Ignoranz geben, die eigentlich wünschenswert wäre.
Der Cacher lässt das Cachen nicht und der Jäger wird weiter jagen - es ändert sich nichts!
Man wird miteinander leben müssen, wird sich übereinander etwas ärgern, gelegentlich wird es mal richtig scheppern, aber jeder Sturm im Wasserglas hört auch wieder auf.
Wir machen uns einfach zu viele Gedanken um dieses Thema, dem Wild, worum es ja im Endeffekt immer geht, ist das alles nämlich s.....egal!
Bitte prüfen Sie der Umwelt zuliebe, ob dieser Beitrag wirklich ausgedruckt werden muss!

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S1G

Re: Mein Nachbar der Jäger

Beitrag von S1G »

Irgendwie.... haste recht. :gott:
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argus1972
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Re: Mein Nachbar der Jäger

Beitrag von argus1972 »

Irgendwie.... haste recht. :gott:
Danke!
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Heimo
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Re: Mein Nachbar der Jäger

Beitrag von Heimo »

argus1972 hat geschrieben:....
Der Cacher lässt das Cachen nicht und der Jäger wird weiter jagen - es ändert sich nichts!
Man wird miteinander leben müssen, wird sich übereinander etwas ärgern, gelegentlich wird es mal richtig scheppern, aber jeder Sturm im Wasserglas hört auch wieder auf.
Wir machen uns einfach zu viele Gedanken um dieses Thema, dem Wild, worum es ja im Endeffekt immer geht, ist das alles nämlich s.....egal!
Ich vermute, du irrst. Gegen viele Jagdstörungen, etwas anderes ist Geo-cacheing im Auge des verärgerten Jägers nicht, ist der Jäger machtlos, gegen Wanderer und Nordic-Walker ist keine Handhabe da. Die Gruppen sind auch zu groß und haben ggf. eine eigene Lobby.

Gegen Geo-caching gibt es Ansatzpunkte, die KF haben vorgemacht wie es geht (mehr will ich dazu nicht sagen, um nicht selbst Anleitung zu geben), eine Lobby für Geo-caching ist nicht in Sicht. Geo-cacher sind - anderes als z.B. Endurofahrer durch ihre Hinterlassenschaft (Dose) auffindbar. Die Niederländer haben schon Regeln gegen Geo-caching in Naturschutzgebieten. Es kann also leicht sein, dass sich der Sturm nicht mehr im Wasserglas hält und überschwappt.
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JR849
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Re: Mein Nachbar der Jäger

Beitrag von JR849 »

argus1972 hat geschrieben: Wir machen uns einfach zu viele Gedanken um dieses Thema, dem Wild, worum es ja im Endeffekt immer geht, ist das alles nämlich s.....egal!
Juchuuu!! :applaus: :2thumbs: :applaus:
Endlich gibt jemand uns Cachern einen Freibrief auf die Natur zu sch***sen! Ich bin dann mal weg, muss mit meinem Geländewagen noch ein paar qm² Wald durchpflügen und das dumme Wild etwas durch die Gegend scheuchen. :roll:
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