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Wieviel Sicherheit darf es sein?

Terrain 5 vom Abseilen bis zum Tauchen

Moderatoren: Zai-Ba, Die Schatzjäger

Die Schatzjäger
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Re: Wieviel Sicherheit darf es sein?

Beitrag von Die Schatzjäger »

@Zai-Ba:
Ich möchte dich daran erinnern, dass du auf diese Frage nicht antworten musst -> Aussageverweigerungsrecht :-)
Ich denke aber doch dass man, nachdem das Chinch zu gemacht hat, mal schnell unter sich einen Sackstich ins Seil knotet. Das kostet kaum Zeit und ist wirklich nicht sonderlich kompliziert. Dafür bringt es ein besseres Gefühl...

@Ostnostalgie:
Was deine -vermeidliche falsche- Ausbildung im T5-Klettern betrifft, so kann ich dich auch ein bisschen beruhigen, es gibt nunmal diese und jene Wahrheit.
Gerade im Osten (ich denke da kommst du her) ist es sehr verbreitet zu improvisieren, und nicht mit teurem Material um sich zu werfen. Auch aus dem Grunde weil dort in der Anfangszeit der großen Kletterrein (und ich denke mal aus dieser Richtung kennt dein Lehrmeister das ganze Zeug) die westdeutsche Ausrüstung nicht verfügbar war.
-> Hier geht es natürlich um den Sportkletterbereich. Mit reglementiertem Industrieklettern hat das nichts zu tun !

Zusammenfassend:
Die häufigste Unfallursache beim Klettern ist nicht das technische, sondern das menschliche Versagen.

Dem kann man entweder entgegenwirken indem man alles doppelt und dreifach aufbaut und hintersichert, oder aber in dem man viel Erfahrung hat und sehr vorsichtig ist.

Im Industriebereich ist aber die doppelte Absicherung vorgeschrieben - und genau diese leben viele Geocacher hier.
Das ist nicht falsch, aber auch nicht unbedingt das einzig richtige, denke ich !

Thomas
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Ostnostalgie
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Re: Wieviel Sicherheit darf es sein?

Beitrag von Ostnostalgie »

Gerade im Osten (ich denke da kommst du her) ist es sehr verbreitet zu improvisieren, und nicht mit teurem Material um sich zu werfen. Auch aus dem Grunde weil dort in der Anfangszeit der großen Kletterrein (und ich denke mal aus dieser Richtung kennt dein Lehrmeister das ganze Zeug) die westdeutsche Ausrüstung nicht verfügbar war.
-> Hier geht es natürlich um den Sportkletterbereich. Mit reglementiertem Industrieklettern hat das nichts zu tun !
Nein ich komme nicht aus dem Osten und mein "Lehrmeister" auch nicht. Wir sind beide aus Oberbayern :lachtot:


Ich versuche mich einfach mehr auf mein Gefühl und Verstand zu verlassen. Und wenn ich der Meinung bin das ich gern mit zwei Bandschlingen sichern möchte oder nicht dann mache ich das, egal wie leichsinnig mein Begleiter sein mag oder auch eben nicht.
Zuletzt geändert von Ostnostalgie am Di 18. Mai 2010, 13:22, insgesamt 1-mal geändert.
Die Schatzjäger
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Re: Wieviel Sicherheit darf es sein?

Beitrag von Die Schatzjäger »

Obebayern ? Komische Gegend ... :-)

Ich denke jedenfalls du hast das schon alles richtig verstanden.
"Der wichtigste Muskel beim Klettern ist das Hirn" soll mal jemand gesagt haben - und er wusste wovon er spricht :-)

Überdenke deine Sicherung, denk vor jedem Schritt genau nach, und wenn du dich unwohl fühlst dann nimm gerne auch drei Bandschlingen. So einfach !

Thomas
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pdaether
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Re: Wieviel Sicherheit darf es sein?

Beitrag von pdaether »

Die Schatzjäger hat geschrieben:
"Der wichtigste Muskel beim Klettern ist das Hirn" soll mal jemand gesagt haben - und er wusste wovon er spricht :-)

Überdenke deine Sicherung, denk vor jedem Schritt genau nach, und wenn du dich unwohl fühlst dann nimm gerne auch drei Bandschlingen. So einfach !
Schöner Beitrag.
Hirn ist wirklich das wichtigste beim Klettern.
Ich selber habe eine Zertifizierung als Industriekletterer, verwende aber bei privater Kletterei z.B. auch sehr gerne mal den Cinch - beim beruflichen Klettern dürfte man den mangels EN-Normen noch nicht einmal mit dem A**** anschauen. ;)

Ein gewisses, grundlegendes "Know-How" ist sicherlich notwendig, um Situationen richtig einschätzen zu können, aber dann ist es im privaten Bereich auf jeden Fall nicht verwerflich hier mal kein zusätzliches Sicherungsgerät einzusetzen, dort mal nur einen Ankerpunkt zu verwenden oder eben keine Prusik-Hintersicherung zu verwenden.
Solange der eigene Wohlfühlfaktor nicht unterschritten wird, kann man damit leben. Klettern ist nicht Schachspielen, ein Restrisiko bleibt immer (sollte eben nur kleiner als der eigene Wohlfühlfaktor sein) ;)
ErSelbst
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Re: Wieviel Sicherheit darf es sein?

Beitrag von ErSelbst »

Ostnostalgie hat geschrieben:Hallo Miteinander,

mit großem Interesse hab ich diesen Thread gelesen. Ich mache erst seit kurzem die erste T5er. Bisher wurde ich immer bis jetzt aus meiner Sicht von einem Erfahrenen T5 Klettere begleitet. Er hat mir eigentlich das meiste gezeigt was ich bisher gelernt habe. Unter anderem auch den Umgang mit dem Chinch und vor allem der Umbau am Seil. Jetzt hat mir dieser Thread und andere, so wie die gesammelte Erfahrung (wenig aber man lernt ja jedes mal dazu) gezeigt das das was mir beigebracht wurde und so wie wir bis jetzt immer rangegangen sind sehr gefährlich ist.
Da kommen so Sachen wie hier angesprochen Abseilen ohne Hintersicherung, in meinem Fall mit dem Chinch. Oder das nicht sichern der Croll und der Handsteigklemme per Karabiner.
Ja ich sollte mich wirklich schämen aber ich hab halt nun mal dem jennigen vertraut. Jetzt achte ich ab sofort auf mehr Sicherheit. Oder auch beim Abseilen das Sichern des Seiles mit nur einer Bandschlinge und nur an einem Pfosten.

Jetzt zu meiner eigentlichen Frage:

Wie schaut es beim Aufstieg aus, stört der Prusik wenn ich eine kurze Strecke mit Chinch und Hansteigklemme klettere(Umlenkung über die Handsteigklemme)? Sollte der Prusik erst vor dem Abseilen und vor dem Ausbau der Handsteigklemme eingebunden werden? Oder eben gleich von Anfang an?

Ja die Frage eines blutigen Anfängers!
Ich nehme es niemanden übel wenn er jetzt sagt ich bin total bescheuert.

Grüße

Ostnostalgie
Das meiste wurde ja schon gesagt ...
Wenn ich auf Bäume/wasauchimmer mit mehr als 15 Meter hochgeh, nehm ich auch Handsteigklemme + Croll. Der Croll wird mit Karabiner gesichert, der Karabiner hängt an ner Bandschlinge um die Schultern zum "Hochziehen" des Crolls - somit wird der Karabiner nicht vergessen und er ist immer gesichert....
Die Handsteigklemme wirs auch mit Karabiner gesichert - so hab ich für die andere Hand mehr Auflagefläche zum hochziehen - also rechte Hand in den Griff, linke Hand auf den Karabiner (breitere Seite oben)
Bei niedrigeren Sachen ist es meistens Cinch + Handsteigklemme + Umlenkung im Karabiner der Handsteigklemme... also auch gesichert.
Die Anzahl der Ankerpunkte ist inzwischen Gefühlssache - auf irgendwelchen wackligen, rostigen Brücken oder sowas sinds 2-3, bei dicken Bäumen mit genügend Abstand zum Abgrund ist es einer ...

Meine Handsteigklemme hängt auch immer per Bandschlinge mit am Gurt - beim Umbauen hat man noch ein bisschen mehr Sicherheit und über Wasser ist es extrem praktisch, wenn man die Handsteigklemme einfach mal loslassen kann ohne "Platsch" :D

ps: wenn du am Cinch hoch gehst ... warum dann umbauen? Handsteigklemme weg und runter :???:
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Re: Wieviel Sicherheit darf es sein?

Beitrag von Attila_G »

Darf ich kurz eine Frage zum Cinch reinschieben? Ich benutze ebenfalls einen Cinch für rauf/runter. Nun habe ich aber schon von Unfällen damit gelesen, wobei ich mir nicht sicher bin, ob das Problem bei der Personensicherung am Boden oder auch beim Einsatz zur Eigensicherung am Seil lag. Darum also ganz konkret: Hat schon mal jemand von einem Problem, Materialversagen oder sonst was gelesen, wenn der Cinch für rauf/runter eingesetzt wird?? Hoffe mich soweit klar ausgedrückt zu haben.

-- Attila
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Re: Wieviel Sicherheit darf es sein?

Beitrag von adorfer »

Attila_G hat geschrieben:Hat schon mal jemand von einem Problem, Materialversagen oder sonst was gelesen, wenn der Cinch für rauf/runter eingesetzt wird?
Hier bislang keine Probleme damit bekannt.
Wer "auf Nummer sicher" gehen will, der führt das Bremsseil durch einen Triplelock-Karabiner in der Beinschlaufe, damit ist dann der Seillauf prinzipiell "nicht gerade".

Aber gern kann man hier natürlich die beliebte Panik-/Halbautomaten/Grigri-Diskussion aufmachen und darauf verweisen, dass man auch ein ID noch mit einem Prusik hintersichern kann. (Das schreiben aber gern Leute, die man auf den meisten ihrer Logproofs ohne Helm sieht...)
Adorfer
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"Die Statistikcacher machen das Cachen kaputt, weil die Muggle die Nase voll haben!" (König Dickbauch)
Benutzer 13162 gelöscht

Re: Wieviel Sicherheit darf es sein?

Beitrag von Benutzer 13162 gelöscht »

Im neuen DAV-heft gibt es einen Artikel über das Cinch. Da gehts es, soweit ich weiss hauptsächlich um das Vorstiegssichern mit dem Cinch und diversen Unfällen dabei, die sich ereignet haben.

Für Vorstiegsichern nehme ich eh keinen Halbautomaten, also weder GriGri noch Cinch.
In meinem Vorstiegskletterkurs beim DAV waren die Geräte für Sichern von Vorstieg auch nicht zulässig.
ErSelbst
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Re: Wieviel Sicherheit darf es sein?

Beitrag von ErSelbst »

Mein Cinch ist bei dem schwarzen BlackSafe- Statikseil (10,5 oder 11mm :???: ) schonmal "durchgerutscht". Beherzer Griff ans Seil und *STOPP* ... sonst keine Probleme ;)

In der Kletterhalle durfte ich mir auch einen Vortrag anhören, dass "wenn man da oben ganz leicht drankommt, das Seil ungebremst durchläuft" (bei Toprope- Sicherung) ...

Hier wird erklärt, wie die Bedienung sicher sein sollte ;)
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Benutzer 13162 gelöscht

Re: Wieviel Sicherheit darf es sein?

Beitrag von Benutzer 13162 gelöscht »

Ein neues Blacksafe-Hardcore ist auch schonmal beim ID durchgerutscht. Habe ich selbst gesehen. Das war jetzt kein Sturz sondern eher ein extreme fast rapelling :D
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