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Jagdaktivität

Hightech und Äppelwoi.

Moderator: S!roker

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de_Bade
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Beitrag von de_Bade »

also direkt unter dem hochsitz halte ich für ungefährlicher als 20m davor
Orthographie und Interpunktion dieses Postings sind willkürlich und frei erfunden. Jegliche Übereinstimmungen mit geltenden Regeln sind zufällig und in keinster Weise beabsichtigt.
wutzebear
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Beitrag von wutzebear »

Danke! Eine Mischung zwischen Einschüchterung (größtenteils ungerechtfertigt) und etwas Apell an den gesunden Menschenverstand. Ich hatte mir die Sache schon schlimmer vorgestellt.
"In Deutschland gilt derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als derjenige, der den Schmutz macht.“
Kurt Tucholsky
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Starglider
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Beitrag von Starglider »

Verboten ist übrigens nicht die "Störung der Jagd" sondern die "Vorsätzliche Störung der Jagd". Der Vorsatz muß dann natürlich auch nachgewiesen werden.

Wenn Thomas Gottschalk hinter einem anstehenden Waidmann eine Tüte Gummibären platzen lässt ist der Fall klar, aber sicher nicht wenn man zufällig in die Nähe einer Jagd kommt.

Solange die Herrschaften ihre Aktivitäten nicht irgendwie ankündigen und man es nicht schon vorher böllern hört kann man ja nicht wissen, das da im Moment gejagt wird. Also kann man auch nichts vorsätzlich stören.
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wutzebear
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Beitrag von wutzebear »

Starglider hat geschrieben:Verboten ist übrigens nicht die "Störung der Jagd" sondern die "Vorsätzliche Störung der Jagd". Der Vorsatz muß dann natürlich auch nachgewiesen werden.
Deswegen auch
wutzebear hat geschrieben:Eine Mischung zwischen Einschüchterung (größtenteils ungerechtfertigt)
.
"In Deutschland gilt derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als derjenige, der den Schmutz macht.“
Kurt Tucholsky
hubertffm
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Beitrag von hubertffm »

Hier mal die Meinung eines Jägers der Geocaching bisher nur aus Erzählungen eines Kollegen kennt. Ich wundere mich über die hier geführte Diskussion. Mit etwas gesundem Menschenverstand könnten sich Geocacher und Jäger durchaus miteinander vertragen.

Grundsätzlich haben Jäger nichts dagegen, wenn Menschen die Natur nutzen, um sich zu entspannen oder sportlich zu betätigen. Das ist auch ein Aspekt der Jagd. Womit wir ein Problem haben ist, wenn wildlebende Tiere gestört werden (z.B. quer über den Acker laufen, im Unterholz herumstöbern u.a.m.). Dies gilt vor allem für die Brut- und Aufzuchtzeit der Tiere, die im März eines jeden Jahres beginnt und bis in den Hochsommer hinein reicht. In dieser Zeit sollte man einer führenden Bache (d.h. Wildschwein mit Frischlingen) besser nicht begegnen. Es könnte blutig enden. Die Tiere greifen an, wenn sie keinen Ausweg sehen und ihren Nachwuchs schützen wollen.

Am liebsten ist es uns Jägern, wenn die Menschen, die im Wald oder im Feld unterwegs sind - egal zu welcher Zeit -, auf den Wegen bleiben. Wir stellen unsere Hochsitze normalerweise so auf, dass sie nicht jedem sofort ins Auge fallen - was im Feld zugegeben nicht immer leicht ist. Dass Leute im Unterholz rumtappen kennen wir von den Pilzsammlern, die dieser Tage wieder unterwegs sind. Mit denen haben wir auch kein Problem, solange sie nicht in der Dämmerung oder Nachts ihrem Hobby nachgehen.

Grundsätzlich könnt Ihr davon ausgehen, dass ein Jäger seinen Hochsitz gut eine Stunde vor Sonnenuntergang oder -aufgang bezieht (ja, es gibt auch welche, die um 3 Uhr morgens zum Frühansitz aufstehen). Bei zunehmendem Mond sitzen viele Jäger auch nachts draußen. Das hängt dann von der Zeit ab, zu der der Mond aufgeht. In meinem Revier sitzen wir normalerweise schon sieben Tage vor Vollmond draußen. Ca. drei bis vier Tagen nach Vollmond geht der Mond so spät erst auf, dass es sich nicht mehr lohnt, rauszugehen. Das Wild ist in der ersten Nachhälfte aktiver als in der zweiten. Manche nutzen aber auch den Vollmond für den Frühansitz.

In Ballungsgebieten ist es aber auch dann noch hell, wenn es eine tiefhängende Bewölkung gibt. Der Frankfurter Flughafen ist z.B. eine herrvorragende Lichtquelle für alle Nachtjäger der angrenzenden Reviere. Da kann man auch bei Bewölkung jagen. Außerdem jagen wir bei Schnee. Eine geschlossene Schneedecke bietet den besten Kontrast und macht die Nacht taghell. Nachtsichtgeräte werden in Deutschland für die Jagd nicht verwendet. Die sind verboten und bei entsprechender jagdlichen Erfahrung auch völlig überflüssig.

Womit jetzt im Herbst in der Nähe von Gewässern gerechnet werden muss ist der sogenannte "Entenstrich". Hierbei werden Stockenten bejagd, die in der Dämmerung auf kleineren Gewässern einfallen, um dort die Nacht zu verbringen. Die Jagdzeit beginnt am 1. September und dauert bis zum 15. Januar. Hier wird mit Schrot geschossen. Das heißt, es kallt häufiger. Bei der Jagd auf Wildschweine und andere Schalenwildarten inkl. Fuchs wird normalerweise mit der Kugel geschossen. Das knallt nur ein Mal - wenn das Tier mit dem ersten Schuss tödlich getroffen wurde. Dann gibt es noch die sogenannten Bewegungsjagden. Die finden aber immer nur tagsüber statt. Jetzt im Herbst und auch im Winter wird diese Jagdform praktiziert. Bei einer Bewegungsjagd ist es üblich, Warn-Schilder an den Zufahrtswegen aufzustellen. Einer Bewegungsjagd sollten Geocacher eigentlich immer versuchen aus dem Weg zu gehen. Die dauert üblicherweise mehrere Stunden.

Wie in allen Bevölkerungsgruppen gibt es auch bei den Jägern einige, die nicht sachlich bleiben können, leicht aufbrausen oder sogar agressiv werden. Wenn man wie ich in einem Revier jagd, in dem wir selbst nachts noch Leute beim joggen antreffen oder Schwule sich ein stilles, trockenes Örtchen auf unseren Hochsitzen suchen, ist es manchmal auch schwierig, ruhig zu bleiben. Wer wie Jäger und Geocacher viel draußen in der Natur ist, der versteht, wie ärgerlich es ist, wenn Menschen grölend durch den Wald laufen, jagdliche oder von Geocachern angelegte Einrichtungen zerstören und sich so gebärden, als wären sie alleine auf weiter Flur. Bei unserer heutigen Bevölkerungsdichte ist Rücksicht angesagt.

Leider gibt es einige Vorfälle, in denen Jäger durch Jagdgegner in ihrem Tun behindert worden sind. Es wurden einige Hochsitze angezündet oder Leitern angesägt, so dass Jäger verletzt wurden. Auch wurden Jäger gelegentlich von Kriminellen angegriffen (Osteuropa-Banden). In unserem Revier gibt es eine Kanzel mit den Namen "Mafiosi". Dort gab es vor 15 Jahren einen Mordfall an einem Pizzabäcker aus Mannheim. Ein Jäger ist daher immer etwas nervös, wenn er im Wald oder Feld jemanden trifft, dessen Absichten nicht eindeutig zu erkennen sind. Daher empfehle ich, immer freundlich und offen auf die grünberockte Zunft zuzugehen. Wir sind zwar bewaffnet. Aber niemand von uns käme auf die Idee, mit der Waffe zu drohen außer in einer eindeutigen Notwehrsituation. Und selbst dann kommt es auf die Verhältnismäßigkeit der Mittel an. Wenn jemand mit einem Stock auf mich losgeht ziehe ich normalerweise nicht den Revolver. Ist glücklicherweise auch noch nicht vorgekommen.

Noch ein Satz zum Thema Wildschwein-"Fütterung". Hierfür gelten klare gesetzliche Regelungen. Wildschweine finden heute in unserer Landwirtschaft so viel Fraß (vor allem durch den intensiven, von der EU subventionierten Maisanbau), dass sie sich stark vermehrt haben. Dazu kommen die milden Winter und die gute Mast (Eicheln und Bucheckern). Es wurden auch Fehler in der Bejagung gemacht, da man Anfangs das Problem unterschätzt hatte und viele Jäger mit Schwarzwild keine Erfahrung hatten. Das Ausbringen von großen Mengen an Fraß für Wildschweine ist genauso verboten wie für andere Wildtiere - Ausnahme ist die Fütterung im Winter, wofür es auch gesetzliche Vorschriften gibt. Wildscheine werden, damit man sie auf dem Einzelansitz erfolgreich bejagen kann, angekirrt. Dazu wird eine geringe Menge an Mais in Behältnissen ausgebracht, die nur die Wildschweine öffnen können oder der Mais wird vergraben. Üblich sind ca. 1 bis max. 2 kg pro Kirrung (so heißen diese Fütterungen). Die Wildschweine werden von dem Mais nicht satt. Darum geht es auch gar nicht. Da sie aber Mais so sehr lieben, suchen sie regelmäßig solche Plätze auf, an denen sie Mais finden. Daher sollten Geocacher Kirrungen meiden, denn dort sind dann meist auch Jäger anzutreffen, die die Wildschweine bejagen - vor allem Nachts.

So, das war's, was ich loswerden wollte. Viel Spaß noch beim Geocachen und möglichst auf den Wegen bleiben. Dann klappts auch mit den Jägern. :)
Der Mann in grün.
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safri
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Beitrag von safri »

Das war mal ein informativer Beitrag, vielen Dank Hubertffm!

Mit Bewegungsjagd sind wohl "Treibjagden" gemeint: leider werden nicht immer Warnschilder aufgestellt und die Bevölkerung informiert.
Vor 2 Jahren geriet ich mit Pferd und Hund mitten in so eine Jagd. Freundlicherweise verrieten mir die angetroffenen Jäger den besten Fluchtweg, aber wenn ich vorher von der Jagd gewusst hätte, wäre ich nicht nachmittags um 14.00h ins Gelände geritten. Die ersten Schüsse fielen auch erst nachdem ich wieder auf der Straße war.

Gibt es einen zentral einsehbaren Kalender, in dem die geplanten Treibjagden eingetragen sind? Dann könnten sich Geocacher auch über die tagsüber stattfindenden Jagden informieren und Ausflüge in betroffene Gebiete meiden. Die allermeisten Caches im Wald sind nämlich immer noch Tagcaches und Nachtcaches relativ selten.

Es ist sehr ärgerlich für einen Cacher, der viele Kilometer Anfahrtsweg hinter sich hat um im Odenwald oder im Taunus bestimmte Caches zu suchen und plötzlich kann er das Gelände nicht betreten. Ich habe selbst einige Caches im Hintertaunus um Neu-Anspach versteckt (alle Tagcaches) und sie führen etliche km auf Wegen durch das ausgedehnte Waldgebiet; u.a. auch dort vorbei, wo damals die nicht ausgeschilderte Treib- oder Bewegungsjagd stattfand.
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Gagravarr
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Beitrag von Gagravarr »

Hubert,

danke für dieses sachliches Statement. Ich sehe es auch so, dass professionelle Jäger und Geocacher sich wohl immer verständigen können. Problematisch sind vor allem Treibjagden, die aber im Normalfall durch Schilder und den Lautstärkepegel rechtzeitig umgangen werden können.
Viele Grüße...
Uwe mit Cache-Retriever Hazel


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HerrK
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Beitrag von HerrK »

hubertffm hat geschrieben:....Daher empfehle ich, immer freundlich und offen auf die grünberockte Zunft zuzugehen....
....Viel Spaß noch beim Geocachen und möglichst auf den Wegen bleiben. Dann klappts auch mit den Jägern. :)
Wenn alle so sachlich & freundlich wie Du bleiben sehe ich da auch kein Problem was unser aller Zusammenleben im Wald angeht! :wink:
Zuletzt geändert von HerrK am Sa 24. Sep 2005, 07:01, insgesamt 1-mal geändert.
wutzebear
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Beitrag von wutzebear »

hubertffm hat geschrieben:Hier mal die Meinung eines Jägers der Geocaching bisher nur aus Erzählungen eines Kollegen kennt. Ich wundere mich über die hier geführte Diskussion. Mit etwas gesundem Menschenverstand könnten sich Geocacher und Jäger durchaus miteinander vertragen.
Danke für den sachkundigen Beitrag. Ich sag's ja: mit etwas Rücksicht können beide Gruppen ihr gemeinsames Revier nutzen, und wir müssen ja nicht in jeder Nacht in den Wald.

Wenn Du Dir mal ein Bild vom Geocaching aus erster Hand machen willst, sag einfach Bescheid. Ich denke, hier finden sich Einige, die Dir gerne zeigen, um was es geht (mich eingeschlossen, bei Tag- oder auch Nachtcaches).
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mtblui
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Beitrag von mtblui »

hubertffm hat geschrieben:Hier mal die Meinung eines Jägers der Geocaching bisher nur aus Erzählungen eines Kollegen kennt. Ich wundere mich über die hier geführte Diskussion. Mit etwas gesundem Menschenverstand könnten sich Geocacher und Jäger durchaus miteinander vertragen.
Könnte es auch sein das jäger wenn sie sich zu sehr getört fühlen, zwichenstationen in form von kleinen dosen entwenden um die sache zu unterbinden. man braucht ja dazu nur ein gps gerät und schon kann man so was finden.
haben jäger in der regel gps geräte?
den bei mir sind auf einmal 3 stages weg!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Ups ein neuer wann wo wie
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