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Jagdaktivität

Hightech und Äppelwoi.

Moderator: S!roker

Benutzer 854 gelöscht

Beitrag von Benutzer 854 gelöscht »

C9H14NO3 hat geschrieben:Okay, soweit klar.
Nachts wenn gejagt wird, sollte ich also die Jäger nicht stören.
Das interpretiere ich jetzt so, dass ich nachts auf den Wegen bleiben und mich ruhig verhalten sollte. Und natürlich nur mit angeschalteter Lampe rumlaufe...
Aber wann ist jetzt ein Weg ein "Weg"?
Hier in meiner Gegend gibt's viele Wege, die strenggenommen nur befestigte Pfade, ohne feste Decke, mit einer Markierung (z.B. Wanderweg) sind. Teilweise steht dann unmittelbar neben oder in 10 Meter Entfernung ein Hochsitz.
Pauschal lässt sich das nicht beantworten.

Gemäß des Hessisches Naturschutzgesetz - HENatG ist das Betreten des Waldes zur Erholung grundsätzlich gestattet. Ob Geocaching jetzt mehr Sport oder mehr Erholung ist, sei mal dahin gestellt.

Aber (Du hast es schon erwähnt): Jeder Waldbesucher hat sich so zu verhalten, dass die Lebensgemeinschaft des Waldes nicht gestört....

Außerdem gelten für Jagdgebiete zusätzliche Vorschriften. Das alles würde den Rahmen sprengen, und hubertffm ist da sicher besser informiert und könnte das ausführlichst erörtern.

Da wir uns überwiegend zu Fuß durch den Wald bewegen (zumindest nachts) sind erstmal alle (gekennzeichneten) Wege/Pfade etc. zur Nutzung zugelassen. Für Fahrräder, Reiter, Kutschen etc. gelten andere Vorschriften (je nach Bundesland, und wir Hessen haben es da noch echt gut). Allerdings nur solange nichts gegen die Benutzung spricht. Was das im einzelnen sein kann, die Liste ist sicher endlos.

Wer mal dazu ein paar Hardfacts lesen möchte:
http://www.dimb.de/images/stories/pdf/r ... 041007.pdf

Einigkeit herrscht ja wohl darüber, das wir uns den Wald mit vielen teilen. Sowohl tags als auch nachts, und wenn sich nicht sturr gestellt, sondern offen die Kommunikation mit dem Gegenüber gesucht wird, entschärfen sich Konflikte oftmals ganz von alleine.

Das die Jäger das Vorrecht haben (grobe Überschrift: Bewirtschaftung des Waldes) steht ausser Frage denke ich, unabhängig der eigenen Sicherheit oder der Frage: Wer war zuerst: Das Huhn oder das Ei.
C9H14NO3 hat geschrieben:Und eine generelle Frage:
Wenn ich so eine Station des Night-Caches 3 Meter vom Weg entfernt im Wald verstecke, so sollte dies und die suchenden Cacher wohl die Jagd nicht behindern, oder doch?
Wenn die Stage mitten im Jagdgebiet liegt (und gerade gejagt wird), ist es doch völlig wurst, ob direkt am Weg, 3m daneben oder 50m im Dickicht.

Greetz Sandman633
hubertffm
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Beitrag von hubertffm »

Mir ist die Rechtslage, wie sie im Naturschutzgesetz, im Bundeswaldgesetz, im Jagdgesetz und sonst noch in Gesetzen drin steht eigentlich ziemlich wurscht. An Eurer Stelle würde ich da nicht zu sehr darauf rumreiten. Manchmal muss man einfach nur seinen gesunden Menschenverstand einschalten und dann braucht man keine Gesetze. Und um das klar zu stellen. Es gibt keine besonderen Rechtsvorschriften für "Jagdgebiete". Es sind die Jäger, die aufpassen müssen, dass sie keine Rechtvorschriften verletzten (z.B. Jagd in einem befriedeten Bezirk). Nur bestätigte Jagdaufseher haben den Status eines Hilfsbeamten der Staatsanwaltschaft. Alle anderen Jäger haben das sog. Jedermannsrecht, das allerdings auch die Festnahme einer Person mit einschließt, die eine offensichtliche Straftat begangen hat.

Mein Appell geht in eine andere Richtung. Leben und leben lassen. Gerade wer von den Cachern viel draußen ist und auch z.B. mal nachts in die Natur hinein gehört hat, wird mir Recht geben, wie toll das ist. Was man da für Geräusche hört. Und wie störend da oft der fast überall inzwischen unüberhörbare Sound der Zivilisation ist. Das müsst Ihr doch zugeben. Wer sich ruhig und ohne großes TamTam durch den Wald bewegt hat m.E. viel mehr davon als Leute, die meinen, im Wald auch noch eine Disko veranstalten zu müssen.

Klar, jedem steht seit den 70er Jahren das Recht zu, den Wald zu jeder Tages- und Nachtzeit zu betreten. Aber ist das unbedingt nötig? Muss man unbedingt um Mitternacht noch Joggen gehen oder mit dem Mountainbike querfeldein fahren?

Also ich plädiere für nichts anderes als Rücksichtnahme. Wer mit offenen Augen durch den Wald geht, der wird sofort sehen, wo es vielleicht besser ist, den Cache um einige hundert Meter zu verlegen - vor allem wenn es sich um einen Nachtcache handelt. Auch kann man am Zustand eines Hochsitz relativ schnell erkennen, ob er regelmäßig genutzt wird oder schon seit Jahren niemand mehr da drauf war. Natürlich ist so ein Hochsitz auch ein guter Anlaufpunkt, weil markant in der Landschaft. Ich kann aber dennoch nur empfehlen, vielleicht doch einen Bogen um diese jagdlichen Einrichtungen zu machen.

Vielleicht gibt es auch weniger Probleme mit Cachern und Jägern, wenn die Cacher so tun, als ob sie eine Laufgemeinschaft sind, die sich im Wald zum fröhlichen Joggen treffen. Diskussionen und Irritationen gibt es doch immer nur dann, wenn die Absicht von Personen nicht klar sind. Kein Jäger wird sich um eine Gruppe von Menschen kümmern, die sich gerade zu einem Waldlauf treffen. Also seit einfach etwas kreativ.

PS: Hirschläuse habe ich zwar auch schon erlebt. Man kann sich dagegen aber leicht schützen. Einfach einen Hut aufsetzen.
Der Mann in grün.
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Windi
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Beitrag von Windi »

hubertffm hat geschrieben:PS: Hirschläuse habe ich zwar auch schon erlebt. Man kann sich dagegen aber leicht schützen. Einfach einen Hut aufsetzen.
Hat bei mir nix gebracht. Trotzt Hut ist so ein Teil irgendwie unter mein Hemd gekommen.
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doc256
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Jagdaktivität

Beitrag von doc256 »

Für zwei Mitcacher und mich geriet Cacher's Nightmare am 11. November zu einem Erlebnis besonderer Art. Bis Vollmond sind noch ein paar Tage hin, wir hielten den Cache also für noch unproblematisch. Dennoch hat und gegen 22 Uhr ein wütender Jäger aus dem Wald geschossen.

Das meine ich wörtlich, denn der gute Mann hat uns nicht nur angeleuchtet und angebrüllt, was ich mir ja noch hätte gefallen lassen, sondern tatsächlich einen Schuss aus seiner Waffe abgegeben. Und da hört für mich das Verständnis allerdings komplett auf.

Übrigens hatten wir, wie hier im Forum ja immer wieder angemahnt wird, permanent eine Lampe an. Das hat den guten Mann nicht gestört. Seine Auskunft: Ob Lampe an oder nicht, wenn er im DUnkeln einen Schatten sehe, der sich bewege, halte er drauf.

Interessante Sicht der Dinge.

doc256
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Re: Jagdaktivität

Beitrag von Windi »

doc256 hat geschrieben:Das meine ich wörtlich, denn der gute Mann hat uns nicht nur angeleuchtet und angebrüllt, was ich mir ja noch hätte gefallen lassen, sondern tatsächlich einen Schuss aus seiner Waffe abgegeben. Und da hört für mich das Verständnis allerdings komplett auf.
Also den guten Mann würde ich sofort melden. Der hätte bei mir die längste Zeit eine Waffe in der Hand gehabt.

Wir hatten am Dienstag Abend übrigens Kontakt mit einem Jäger. Der war auch nicht begeistert dass wir nachts durch den Wald laufen.
Ich habe ihm auch gesagt dass wir die Zeit 3 Tage vor und nach Vollmond meiden. Er hat mir dann aber gesagt dass dies völliger Blödsinn sei. Halbmond (wie am Dienstag) sei auch perfekt zum Jagen geeignet.
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Starglider
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Beitrag von Starglider »

Der erste Bericht von Geballer im Wald kam von den "Männern allein im Wald".
Da hielt ich es noch für einen unglücklichen Zufall aber so wie es jetzt aussieht scheint es sich bei dem Typen um einen Wiederholungstäter zu handeln :x
-+o Signaturen sind doof! o+-
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Re: Jagdaktivität

Beitrag von de_Bade »

doc256 hat geschrieben:Das meine ich wörtlich, denn der gute Mann hat uns nicht nur angeleuchtet und angebrüllt, was ich mir ja noch hätte gefallen lassen, sondern tatsächlich einen Schuss aus seiner Waffe abgegeben.
und somit gibt dann erstmal für die nächste zeit einen jäger weniger in dieser gegend.

PS: ich hoffe doch ihr zeigt ihn an.
Orthographie und Interpunktion dieses Postings sind willkürlich und frei erfunden. Jegliche Übereinstimmungen mit geltenden Regeln sind zufällig und in keinster Weise beabsichtigt.
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Re: Jagdaktivität

Beitrag von wutzebear »

doc256 hat geschrieben:...der gute Mann hat uns nicht nur angeleuchtet und angebrüllt, was ich mir ja noch hätte gefallen lassen, sondern tatsächlich einen Schuss aus seiner Waffe abgegeben. Und da hört für mich das Verständnis allerdings komplett auf.
Ich denke, die zuständige untere Jagdbehörde hat da auch wenig Verständnis, aber dafür größeres Interesse. Björn hat mir erzählt, der Kerl hat Euch seine Karte gegeben? Dann nix wie hin zum Landrat damit.

Polizei wäre auch eine Möglichkeit, Anzeige wegen Nötigung erstatten. Wenn die Anzeige von der Staatsanwaltschaft bei der Jagdbehörde eintrifft, gehen dort vermutlich alle roten Lampen an.

Ich dachte immer, auch mit den Jägern könnte man reden. Das war hoffentlich nur die Ausnahme von der Regel. :evil:
"In Deutschland gilt derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als derjenige, der den Schmutz macht.“
Kurt Tucholsky
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doc256
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Re: Jagdaktivität

Beitrag von doc256 »

wutzebear hat geschrieben: Ich denke, die zuständige untere Jagdbehörde hat da auch wenig Verständnis, aber dafür größeres Interesse.
Ja, da will ich am Montag auf jeden Fall anrufen. Mal hören, wie die das so sehen.
bumpkin
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Re: Jagdaktivität

Beitrag von bumpkin »

wutzebear hat geschrieben:... Anzeige wegen Nötigung erstatten.
Quatsch Nötigung. :wink:
Bedrohung mit einer Schußwaffe! Dann geht´s ab.

Gruß Thomas
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